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Hinter den Kulissen von Fairtrade


Einblicke in bio-faire Warenwelten und Neues aus unserem Café gab's beim ersten informellen Genossenschafts-Treffen.

Fair ist nicht gleich fair. Auf diese Formel lässt sich bringen, was die ElbFaire-Genossen bei ihrem ersten informellen Treffen erfahren haben. Jutta Boysen, Koordinatorin der Fastenaktion der Nordkirche "7 Wochen mit Produkten aus Fairem Handel und der Region", ließ hinter die Kulissen von "Fairtrade" und Co. blicken.

Fairtrade-Kaffee nur zur Hälfte fair gehandelt? Darf sein!

Gepa-Produkte im Regal des ElbFaire-ShopsEin Kaffeeveredler darf zum Beispiel Fairtrade- und herkömmliche Bohnen halb und halb mischen und dann die Hälfte der Mischung unter dem Fairtrade-Label verkaufen - auch wenn faktisch nur 50 Prozent des Erzeugnisses fair gehandelt wurden, so Jutta Boysen. "Mengenausgleich" heißt der ganz legale und akzeptierte "Trick". Laut NDR-Beitrag "Schummel mit "fair" gehandelten Lebensmitteln" ist bei Kaffee aber der Mengenausgleich tabu.

Mit dem NDR überein stimmt Jutta Boysen aber in diesem Punkt: Bei Mischprodukten wie Schokolade, die unter anderem aus Zucker und Kakao besteht, darf der Fairtrade-Anteil bei 20 Prozent liegen, um noch ein begehrtes Label zu bekommen, sagte die Referentin.

"Fairtrade" trotzdem besser als konventionelle Produkte

Besser als Produkte aus herkömmlicher Landwirtschaft sind Fairtrade-Waren aber allemal, schreibt der Autor dieses Beitrags. Es soll hier keine generelle Kritik stehen bleiben. Es ist im Grunde wie im echten Leben: Schwarz und Weiß sind selten, dazwischen gibt es mindestens 50 Grautöne. Wir wissen einfach oft zu wenig über Transportwege, Arbeitsbedingungen, Produktionsmethoden.

Es gibt auch sehr mutmachende Beispiele von biologischen und fairen Produkten und Initiativen, wie Wissens-Bruchstücke verschiedener Genossen zeigten: Da ist die Orangenmarmelade, deren Früchte in Sizilien auf Boden wächst, der der Mafia entzogen wurde. Da sind die ägyptischen Kartoffeln, die - trotz aller Kritik an Erdäpfeln vom Nil - ein Vorzeigeprojekt symbolisieren, da eben kein Raubbau an Mensch und Wasser praktiziert wird.

Die ElbFaire jedenfalls will am Tresen und im Laden Produkte verkaufen, die möglichst hohen Standards genügen. Dafür steht zum Beispiel der Importeur eines Großteils unserer Waren, Gepa. Das Unternehmen mit kirchlich geprägten Anteilseignern legt laut der NDR-Story hohe Maßstäbe an: "Am strengsten ist die Kennzeichnung Gepa Plus: Hier stammen mindestens 50 Prozent der Zutaten aus fairem Handel." Ich meine: Gepa hat es oft schon gar nicht mehr nötig, das "Fairtrade"-Siegel zu verwenden, weil sie mehr als dessen Mindeststandards erfüllen.

Was sonst so lief beim Genossinnen- und Genossenstreffen

Es ging in der Diskussion um Ehrenamtliche: Nachdem einige Zeit kaum Freiwillige für Dienste zu motivieren waren, gibt es jetzt wieder einige, die mithelfen wollen. Und diese Unterstützung - gerade bei einfacheren Tätigkeiten - können die inzwischen gut eingespielten, auf hohem Niveau arbeitenden Kräfte gut gebrauchen. Denn: Das Mittagsgeschäft zieht an. Nachmittags dagegen könnte das Besucheraufkommen an vielen Tagen höher sein.

Das Angebot ist - auch dank neuer Köchin - seit letzten Herbst hervorragend. Mindestens ein veganes Gericht steht auf jeder Wochenkarte. Und oft lässt sich eine nicht vegane Zutat spontan durch etwas nicht-tierisches ersetzen. Das schätzen die Gäste.

Und wer backt jetzt immer den Montagskuchen?


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